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Contribution Details

Type Master's Thesis
Scope Discipline-based scholarship
Title Ankündigung von Aktienrückkaufprogrammen im S&P500 als Turbo für die Aktienkursentwicklung einzelner Aktientitel
Organization Unit
Authors
  • David Willa
Supervisors
  • Thorsten Hens
Language
  • German
Institution University of Zurich
Faculty Faculty of Business, Economics and Informatics
Number of Pages 39
Date September 2019
Zusammenfassung Hypothesen In früheren Studien wurde gezeigt, dass sich Aktienkurse besser entwickelten, wenn eine Aktienrückkaufprogramm-Ankündigung zuvor stattfand (Vermaelen (1981) und Comment und Jarrell (1991)). Einige Jahre später wurde mit einer viel grösseren Stichprobe herausgefunden, dass die Aktienkursentwicklung nicht durch eine solche Ankündigung beeinflusst wird (Grullon und Michaely (2004)). In einer späteren Studie wurde anhand von 4729 Aktienrückkaufprogramm-Ankündigungen in einem Zeitraum von 1981 bis 2000 gezeigt, dass die Ankündigung allein keine bessere Performance signalisiert. Diese wurde nur gekoppelt mit tatsächlichen Aktienrückkäufen in den darauffolgenden Quartalen erreicht (Lie (2005)). Durch die Ankündigung eines Aktienrück- kaufprogrammes wird ein Signal in den Markt gegeben. In dieser Arbeit soll untersucht werden, welchen Einfluss dieses Signal auf die Kursent- wicklung von Aktien hat, wenn es anschliessend zu tatsächlichen Rückkäufen kommt. Zusätzlich wird in dieser Arbeit zwischen einer florierenden Wirtschaft und einem Abschwung der Wirtschaft unterschieden. Folgende Hypothesen werden behandelt: • Die Kursentwicklung von Aktien im S&P500 mit einer Ankündigung eines Rückkaufprogrammes ist signifikant besser, als die des S&P500 in einem steigenden Markt. • Die Kursentwicklung von Aktien im S&P500 mit einer Ankündigung eines Rückkaufprogrammes ist signifikant schlechter, als die des S&P500 in einem sinkenden Markt. Zielsetzung Durch die Anwendung eines Regressionsmodells soll gezeigt werden, dass in einer Rezession der Märkte Aktien mit Rückkaufprogrammen schlechter performen als der Markt und in boomenden Märkten Aktien mit Rückkaufprogrammen deutlich besser performen als der Markt. Im Schlussteil sollen eine Auswertung der Resultate erfolgen und mögliche weitere Unter- suchungen präsentiert werden. Des Weiteren sollen Kenntnisse aus der Studie gezogen und mit der bestehenden Theorie verglichen werden. Es ist wichtig, den Effekt von Aktienrückkäufen und deren Auswirkung auf das Risiko der jeweiligen Aktientitel zu analysieren, um das Verhalten von Aktien im Markt besser zu verstehen. Diese Erkenntnisse sind im Bereich Asset- management und Portfoliomanagement von Interesse. Vorgehen Mittels Paneldaten soll analysiert werden, ob sich Ankündigungen von Aktienrückkäufen positiv in einem steigenden Markt und negativ in einem fallenden Markt auswirken. Die Daten, Aktienkurse und Rückkaufprogramm-Ankündigungen werden von Reuters (2019) und von der Website MarketBeat (2019) verwendet. Bei fehlenden Angaben wurden die Geschäftsberichte der jeweiligen Unternehmen herangezogen. Um die Daten auszuwerten wird das Statistikprogramm R verwendet. Hier werden die Daten mit Pooled OLS ausgewertet. Danach werden die Daten mit der Random-Effects-Methode. Das Jahr 2015 war mit einer negativen Rendite von minus 0.73 Prozent des S&P500 das schwächste Jahr im Zeitraum von 2009 bis 2019 für den S&P500. Durch die Auswertung der Daten des Jahres 2015 in R mit den Methoden Pooled OLS und Random-Effects konnte eine signifikante negative Überrendite für das Jahr 2015 für Aktien mit Aktienrückkauf- programm-Ankündigungen ermittelt werden. Die Unterrendite pro Jahr lag zwischen minus 6.32 Prozent beim OLS Modell und bei minus sechs Prozent im Random-Effects-Modell für Aktien mit einer Aktienrückkaufprogramm-Ankündigung in einem Marktumfeld wie im Jahr 2015. Diese Analyse stützt die zweite Hypothese, welche besagt, dass Aktien mit einer Aktienrückkaufankündigung in einem negativen Marktumfeld signifikant schlechter als der Markt performen. Aus den bisherigen Studien von Vermaelen (1981) und Comment und Jarrell (1991) wurde den Unternehmen mit Aktienrückkaufprogramm-Ankündi- gungen eine Überrendite für alle Marktsituationen zugesprochen. Auch in der Studie von Lie (2005) wurde nur der positive Effekt eines Aktienrück- kaufprogrammes nachgewiesen. Aus den hier gewonnenen Daten wird gezeigt, dass die Marktsituation für die Über- oder Unterrendite eine entscheidende Rolle spielt. In einem positiven Marktumfeld werden dieselben Schluss- folgerungen erzielt, wie aus den bisherigen Studien. Bei einem sinkenden Markt konnte jedoch durch das in dieser Arbeit verwendete Modell gezeigt werden, dass Unternehmen mit Aktienrück- kaufprogramm-Ankündigungen schlechter performen als der Markt und eine Unterrendite erzielen. Abschliessend lässt sich somit sagen, dass Aktien mit einer Aktienrückkaufprogramm-Ankündigung in florierenden Märkten die Marktrendite übertreffen und in sinkenden Märkten schlechter abschneiden als die Marktrendite. Ursachen für die erhaltenen Resultate können die Signalwirkung von Aktien- rückkäufen, der Abbau von Überschussliquidität, die Kapital- und Aktionärsstruktur oder die Ausschüttungspolitik sein. Auch die Methode, wie eine Aktie zurückerworben wird, kann einen Einfluss auf den Kurs haben. In der vorliegenden Arbeit wurde auf diese Ursachen vertieft eingegangen.
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